Wir fordern eine sozial-ökologische Transformation für ein neues Wirtschaftswunder!

Die Corona-Krise stellt die Bevölkerung und die Wirtschaft weltweit vor ungeahnte Herausforderungen. Die Krise deckt Schwachstellen auf, die in der Vergangenheit aufgrund eingefahrener Denkweisen und Strukturen sowie der Dominanz ökonomischer Erwägungen immer wieder ignoriert wurden. Die Kosten sind hoch, viele Millionen Menschen sind in ihrer Existenz bedroht. Weltweit setzen Regierungen und Zentralbanken auf Stabilisierungsprogramme gigantischen Ausmaßes, so auch in Deutschland. Konjunkturmaßnahmen in historischer Größe werden folgen. 

Gleichzeitig führt die aktuelle Situation zu einer Neubewertung vieler Selbstverständlichkeiten und einer Welle der Solidarität. CO2-Einsparung, die für unmöglich erachtet wurden, sind innerhalb weniger Wochen plötzlich Realität. Das Bewusstsein, dass Mensch und Natur unbedingt zusammen gedacht werden müssen, kommt in der Breite der Gesellschaft an. 

Wir halten es für zwingend erforderlich, dass kommende Konjunkturpakete sich nicht an die Erhaltung des alten Systems klammern. Es muss darum gehen, die natürlichen Grenzen unseres Planeten anzuerkennen und endlich in Einklang mit einem zukunftsgerichteten, dem Gemeinwohl dienenden, Wirtschaftssystem zu bringen. Tun wir dies nicht, werden wir und vor allem unsere Kinder und Enkel einen noch viel höheren Preis zahlen müssen.

Wir halten es nicht nur für erstrebenswert, sondern auch für möglich, unsere Wirtschaft und Gesellschaft sozial und ökologisch zu transformieren – vor allem, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen und gesamtgesellschaftlich zusammenhalten. Die aktuelle Krise zeigt uns, wie das geht. 

Im ersten Schritt wollen wir mit unserem Offenen Brief und einer Bundestagspetition auf sieben Kernstrategien aufmerksam machen. Diese sind aus unserer Sicht bei der Konzeption eines zukunftsweisenden Konjunkturprogramms essentiell. Hierzu zählen neben der drastischen Reduzierung der CO2-Emissionen, die übergeordnete Stellung sozialer Gerechtigkeit und des gesellschaftlichen Ausgleichs sowie die Einführung alternativer Zielindikatoren für die Wohlstandsmessung jenseits des Bruttoinlandsprodukts.

Zudem geht es uns um ein breites Bündnis und höchstmögliche Transparenz  bei der Konzeption, Entwicklung und Verabschiedung eines Maßnahmenkatalogs.

Jetzt gilt es die richtigen Fragen zu stellen: Wie wollen wir leben? Wie soll unser Miteinander gestaltet sein? Woran bemessen wir unseren Wohlstand? Wie honorieren wir soziales und ökologisch verantwortliches Handeln? Wir wollen diese Fragen gemeinsam beantworten und die Zeit nach der Krise als Neuanfang begreifen.

Werden Sie Teil unserer Initiative und nutzen Sie mit uns diese historische Chance für ein neues Wirtschaftswunder!

*Der offene Brief ist für jede:n einsehbar und kann von Organisationen/Unternehmen unterzeichnet werden.

**Die Petition kann auch als Privatperson unterzeichnet werden.

Aktuelle Pressemeldungen und Stellungnahmen

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Stellungnahme

Neues Wirtschaftswunder nach Corona durch kluge Staatsbeteiligungen

Die Politik muss jetzt die Weichen stellen für die zweite Phase der Unterstützung von kleineren und mittleren Unternehmen (KMUs). Die gewährten großzügigen Kreditlinien werden für sich genommen in vielen Fällen das Überleben von Unternehmen nicht sichern können. Es bedarf einer strategischen Planung, wie in solchen Fällen illiquide, aber tendenziell solvente Unternehmen erhalten werden können. Jobsicherung und erhöhte ökologische Nachhaltigkeit müssen in diesem Zusammenhang die zentralen Leitlinien staatlichen Handelns darstellen.

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Stellungnahme

Keine bedingungslosen Staatshilfen für die Lufthansa

Berlin. Kaum eine Branche ist von der Corona-Pandemie so hart getroffen worden wie die Luftfahrt. Bei der Lufthansa ist das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahr um weit über 95% zurückgegangen. Nach Unternehmensangaben macht der Konzern derzeit jede Stunde €1 Million Verluste. Seit Mitte Februar ist der Aktienkurs um die Hälfte gesunken, gegenüber ca. 20% für den DAX-Index insgesamt. Die großen Ratingagenturen haben begonnen, die Kreditwürdigkeit der Kranichlinie in den sogenannten „Junk“-Bereich spekulativer Anlagen herabzustufen. Auch Lufthansa Anleihen haben knapp 30% ihres Wertes eingebüßt. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens ist bedrohlich.

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Pressemitteilung

Petition für ein Neues Wirtschaftswunder zur individuellen Mitzeichnung beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages veröffentlicht

Berlin. Am 21. April 2020 hat die Initiative Neues Wirtschaftswunder, ein Zusammenschluss von Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Umweltverbänden einen offenen Brief an Bundesregierung und Bundestag veröffentlicht, in dem sie eine konsequente Ausrichtung zukünftiger Konjunkturhilfen anhand sozial-ökologischer Leitlinien fordert. Der offene Brief wurde bereits von über 100 Institutionen, Unternehmen und Verbänden unterzeichnet.

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NWW
Pressemitteilung

“Neues Wirtschaftswunder” nach Corona – zivilgesellschaftliches Bündnis fordert sozial-ökologisches Transformationspaket

Berlin – In einem offenen Brief an die Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestages fordert die zivilgesellschaftliche Initiative “Neues Wirtschaftswunder”: Konjunkturprogramme für den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Krise bedürfen einer klaren sozial-ökologischen Ausrichtung. Gemeinwohlorientierung, Klimaschutz und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands müssen im Mittelpunkt der Programme stehen. Erstunterzeichner:innen sind u.a. B.A.U.M. e.V., Deutscher Naturschutzring e.V., UnternehmensGrün e.V., Gemeinwohl-Ökonomie e.V., GermanZero e.V., GLS Bank und Triodos Bank – Nachhaltigkeitsbank N.V.

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Autogipfel am 05. Mai 2020
Stellungnahme

Neues Wirtschaftswunder oder altes Strohfeuer? Der Autogipfel darf keine Abwrackprämie 2.0 beschließen!

Berlin – Die Automobilindustrie fordert von der Bundesregierung eine Kaufprämie für Autos. Diese soll auch für Diesel- und Benzinfahrzeuge gelten. Nur so könne man die Herausforderungen im Zuge der Corona-Krise meistern. Dividenden an Aktionäre sollen hingegen unberührt bleiben. Diese Forderung wird die Industrie beim Autogipfel am 5. Mai im Kanzleramt nachdrücklich vortragen. Die Politik sollte diesem Anliegen nicht stattgeben.

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Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner des Offenen Briefes:

Zu unserem Logo: Die Transformation der Weltkugeln

Wieso wirken die Weltkugeln im Titelbild als wären sie schlecht gedruckt? Keine Sorge, Ihr Bildschirm ist nicht defekt! Bei den Farben der Weltkugeln handelt sich um die Visualisierung WarningStripes des Designers Alexander Radtke, der globale Temperaturveränderungen zwischen 1850 und 2020 anschaulich durch Farbverläufe von grün zu rot darstellt. Das Projekt basiert auf der Studie “Show your Stripes” des Klimawissenschaftlers Ed Hawkins

Mit der sozial-ökologischen Transformation wollen wir einen Weg einschlagen, auf dem wir diesen Farbverlauf umkehren und in eine nachhaltigere Zukunft blicken können.